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Auf den vergrabenen Amerikanern wachsen die Fränkischen Reben 🤔

Verstärkt durch Teilnehmern aus der Schwimmabteilung konnten wir dieses Jahr mit einem ausgebuchten Bus unsere Fahrt nach Iphofen, ins Weingut Emmerich, starten.

Herr Emmerich empfing uns mit einem Secco Empfang, zu dem die von Volker mitgebrachten Kolb Brezen hervorragend harmonierten.

Anschließend führte uns Herr Emmerich mit viel Wissenswertem durch die Weinberge.

Die Iphöfer haben insgesamt 300 ha Weinberge, in den Lagen Julius Echter, Iphöfer Kalb (stammt nicht vom Rind, sondern von “Kahler Berg“) und Kronberg.

10 ha mit 45.000 Rebstöcken bewirtschaftet Herr Emmerich.

Interessant: Mit dem Klimawandel wachsen auch Weinsorten, wie Sauvignon Blanc oder Merlot die sonst nur in südlichen Ländern beheimatet waren.  Auch dem Geschmack der Weintrinker geschuldet werden deshalb neue Weinsorten gepflanzt. Dazu werden die alten Wurzeln mit den neuen Reben veredelt. „Der älteste „Fränkische Satz“ wurde um 1900 gepflanzt und trägt immer noch Früchte.

Das hat auch den Vorteil, dass die Reben nicht neu verdrahtet werden und keine neuen Reben gepflanzt werden müssen. Der Rebe ist es egal, wie alt die Wurzel ist.

Die Veredelungsstelle muss aber immer höher sein als die Erde, weil sie sonst selbst Wurzeln treibt und dann von der Reblaus vernichtet wird.

1900 war auch das Jahr, in dem die Reblaus aus USA nach Europa kam und sämtliche Weinstöcke eliminierte.

Die Lösung:  Es wurden wilde amerikanische Reb Wurzeln importiert und auf diese die europäischen Wurzeln gepfropft. Seitdem wächst der fränkische Wein auf den Amerikanern.

Irgendwann müssen aber doch neue Rebstöcke gepflanzt werden. Dann dauert es mindestens 7 Jahre, bis eine richtige Ernte möglich ist. Diese neuangelegten Weinberge müssen auch intensiv gegossen werden. Der Transport des Wassertanks. Später ist das nicht mehr erforderlich.

In den neuen Weinbergen werden die Reben enger gepflanzt. In den alten Pflanzungen gibt es pro Rebe etwa 0,3 L Ertrag.

Zwischen den Reben sind jeweils ein Streifen mit Rasen, einer ohne. Das wechselt jährlich und dient damit gleichzeitig der Düngung. Notwendig sind die Grasstreifen als „Fahrspur“ für die Traktoren. Diese Streifen werden mit Stroh abgedeckt.

Das ist ein Sonnenschutz und gleichzeitig natürlicher Dünger. Außerdem ist das ein ideales Milieu für die „Nützlinge“ wie Schlupfwespen etc., die dafür sorgen, dass die Weinreben nicht durch Schädlinge angegriffen werden. Es wird deshalb im Weingut Emmerich auch kein Kupfer eingesetzt, das als Fungizid (Pilzbekämfungsmittel) im „normalen“ Weinanbau bis zu einer gesetzlichen Obergrenze verwendet werden darf.

Durch den Klimawandel muss die Weinlese immer früher stattfinden, auch damit der Öchslegrad nicht zu hoch wird. Mehr Öchsle= mehr Restsüße= mehr Alkohol. Da der Trend zu weniger Alkohol geht, wird die Gärung durch Kühlen verkürzt.

Übrigens ist die Steigung im besichtigten Weinbergbereich in manchen Bereichen bis zu 110 Prozent! Diese Steillagen bedeuten bis zu 1000 Arbeitsstunden pro Hektar und auch nur die Hälfte des Ertrages.

Im Weingut Emmerich wird noch Hand gelesen, ohne Maschinen.

Man kann Reben leasen und sich bei der Lese beteiligen. Für die Leasingkunden gibt es besondere Veranstaltungen wie Reifeprüfung (vor der Ernte) oder „Halbstarken Probe“ für den Federweiser.

Und dann konnten wir endlich den Wein mit einer reichhaltigen und wohlschmeckenden Häcker Brotzeit verkosten.

Silvaner, Weißburgunder, Scheurebe, Bacchus, Domina und Merlot jeweils kredenzt mit launigen Beschreibungen sorgten am Ende für eine ausgelassene Stimmung und fröhliche Heimfahrt. Nach dem gut gefüllten Laderaum des Busses zu urteilen, werden sich viele Mitfahrer den Weinbergertrag auch zuhause noch öfters schmecken lassen.

Herzlichen Dank an Wolfgang Weidner und Volker Loyal für die Organisation des rundumgelungenen Ausfluges.

Georg Förtsch